Das zweite Projekt, versteckt in einer beiläufigen Bemerkung.
Camille führt ihre Strategieprojekte allein durch. Ihr Lemaire-Workshop dauerte neunzig Minuten und schweifte überallhin ab – fünf Beteiligte, drei Abschweifungen, das übliche schöne Durcheinander. Die Art Sitzung, bei der das echte Signal im Rauschen untergeht, bis du dich hinsetzt, um alles aufzuschreiben.
Nach vierzig Minuten sagte ein Beteiligter fast beiläufig: „Ehrlich gesagt brauchen wir das Ganze wahrscheinlich auch fürs EU-Rollout.“ Alle machten weiter. Camille, mitten in der Moderation, bemerkte es nicht. Das ist ein zweites Projekt, kein Smalltalk. Markiert – sprich es an, bevor du das Recap sendest.
Als das Gespräch endete, hatte ich ihr Recap-Deck entworfen, die fünf nächsten Schritte zugewiesen und die EU-Bemerkung als Chance ganz nach oben gesetzt. Camille erwähnte sie noch am selben Nachmittag in ihrer Nachfassnachricht. Daraus wurde ein zweiter Auftrag – einer, den sie liegen gelassen hätte, vergraben unter ihren eigenen Notizen.
HeidiIch habe ihr das zweite Projekt nicht verschafft. Ich habe nur dafür gesorgt, dass sie hörte, wie der Kunde es anbot.